Alma, ihr Bruder und Time to say good bye

Ich war also in Porec, Kroatien. Geplanterweise Montag runter gefahren, Donnerstag hätte ich vor gehabt, heim zu kommen. Warum ich tatsächlich schon MIttwochs die zwar nicht überstürzte aber doch lustige Heimreise antrat ist eine feine Urlaubsgeschichte über die wohl auch noch meine Enkelkinder lachen werden… sofern ich mal welche haben werde natürlich nur.

Ich also mit dem Auto nach Porec, komm ganz gut an, hab aber kein Zimmer gebucht. Eh klar, so was macht man ja auch nicht, verreist sich doch viel lustiger bei einer Fahrt ins Blaue. Also nachmittags in Porec Ankunft und erst mal auf Zimmersuche gegangen. Bei der dritten Touristinfo dann auch fündig geworden, ein Zimmer bisserl ausserhalb der Stadt, aber angeblich sehr schön und preislich auch in der Gegend, die ich mir vorgestellt habe. Ich also mit Sack und Pack wieder zurück zum Auto und auf dem Weg dahin denk ich mir, ne, jetzt kaufst du dir erstmal ein Eis. Und weil ich ein freundlicher Mensch bin und die Eisverkäuferin gar so nett gelächelt hat sind wir ins Gespräch gekommen und irgendwann fragt sie mich, ob ich leicht ein Zimmer suche, ihr Bruder und ihre Tante würden nämlich Zimmer direkt in der Altstadt, gleich ums Eck, schön gelegen, vermieten. Noch mal billiger als ausserhalb der Stadt, wirklich Altstadt, das Haus war aus dem 13. Jahrhundert, wunderbar. Ich also nicht lange überlegt und das andere Zimmer Zimmer sein lassen und flugs bei Bruder und Tante von Alma Zimmer bezogen. Spätnachmittags dann noch etwas am Strand gewesen (die Adria war herrlich), abends durch die Stadt geschlendert (die herrlich voll mit hübschen Italienerinnen war), wunderbare Scampi gespeist, Herz, was willst du mehr.

Dienstag morgen, eher vormittag, dann gefrühstückt im quasi Wohnzimmer der Vermieter, wieder an den Strand, nachmittags dann zwei Stunden mit dem Rad unterwegs gewesen, grossartig. Ich hab nicht mal einen Sonnenbrand bekommen und das will was heissen für rothaarigen, blässlichen Menschen der ich bin. Abends dann wieder in der Altstadt unterwegs und zu später Stunde in ner Bar kommt mir die Barkeeperin so bekannt vor. Kurzer Rede langer Sinn, Alma vom Eisgeschäft wieder getroffen, natürlich wieder ins Reden gekommen, ob Zimmer eh o.k. und so weiter und man hat sich gut unterhalten und es wurde später und später und dann wurde es eine sehr schöne Nacht.

Mittwoch beim Frühstück (wir erinnern uns, quasi im Wohnzimmer der Vermieter) dann aber die Tante schon eher streng geschaut, aber he, wir sind alle erwachsen und grantig schaue ich auch manchmal… Mittwoch mrogen aber definitiv nicht, daher war mir das auch ziemlich egal. Bis dann der Bruder vor mir stand. Der Kopf rot angelaufen, irgendwas auf kroatisch brüllend, mir die Rechnung auf den Tisch knallend und ein gebrochen Englisch schreiend: “You can leave now!” Die Tante hat mir dann wortkarg noch gebrochener Englisch erklärt, dass die gute Alma bis vor kurzem mit des Bruders bestem Freund zusammen war und Ehrgefühl und was auch immer, wäre wohl besser, ich würde tatsächlich ausziehen, ich müsste natürlich nur 2 Nächte bezahlen und gut wäre es.

Also hab ich doch relativ perplex meine Reisetasche gepackt, mein Rad geschultert und versucht, ein anderes Zimmer zu finden. Leider waren mittlerweile noch mehr hübsche Italienerinnen (wäre ich doch nur bei denen geblieben) nach Porec gekommen und kein Zimmer mehr zu bekommen für eine Nacht. Also hab ich mein Pferd gesattelt (und ja ich weiss, dass ist jetzt ein arg kitschiges Bild, aber es passt halt grad so gut) und bin aus der Stadt geritten.

Hab mich, und das war eigentlich herrlich schön, direkt an der Küste entlang über Portoroz bis Triest vorgearbeitet, sowohl die eine als auch die andere Stadt kurz angeschaut und für sehr schön befunden und mich dann auf den Heimweg gemacht. Und mich die ganzen 5 Stunden Fahrt immer wieder wenn mir der plutzerrote Kopf vom Bruder eingefallen ist halb angemacht vor lachen. Und auch wenn ich den Urlaub ganz sicher nicht so geplant habe (genau genommen hab ich ihn ja überhaupt nicht geplant), wunderbar war er trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen und jetzt mal ganz ehrlich, dass ist doch eine erzählenswerte Urlaubsgeschichte?

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. na freu dich, in neun Monaten (oder schon vorher ) steht der Bruder mit der Kalaschnikov vor der Tür.

  2. was glaubst was die Arme zu Hause mitgemacht hat, die hat ihre Watschen länge mal breite bekommen weil sie die Familienehre beschmutzt hat.

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  6. Na schau mal einer an, was der Clemens da im Urlaub alles so treibt! Musste echt schmunzeln, vor allem wie du es geschrieben hast. Das hat die Geschichte abgerundet!
    Lg, Stephan

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