Gesehen: Django Unchained

Neuer Tarantino also. Und ihr kennt mich, ich lese Kinokritiken wie andere Bücher. Wobei, mit Büchern bin ich im Moment auch recht fleißig…

Wie auch immer: Ich las also mal mehr, mal weniger positives, interessante Interviews, hymnische Lobpreisungen, fast schon Verrisse, also auf jeden Fall eher unausgewogen das Gesamtbild…

Aber wer wäre ich, wenn ich mir nicht mein eigenes Bild bilde (mah, ist das ein schöner Satz). Eben.

Django Unchained also. Ein wieder großartiger Waltz, der in seiner Rolle natürlich im ersten Moment an seine Hans Landa Perfomance erinnert. Aber eben nur im ersten Moment, tatsächlich spielt er einen ganz anderen Charakter. Überdreht, intelligent, aber man muss schon ein sehr oberflächlicher Kinogänger sein, um hier eine „der gute Hans Landa“-Rolle zu erkennen. Jamie Foxx als Django ebenfalls wunderbar, funktioniert großartig als Rächer. Klar, er hat ein anderes Motiv als der Ur-Django, aber wtf, muss ja nicht alles so sein wie früher. Der Rest der Crew ungemein stimmig und passend, sehr fein zusammengestellt. Und auch der viel kritisierte „Slapstick-Auftritt“ von Jonah Hill passt großartig.

Zur Story… ganz große Geschichte, gut geschriebenes Drehbuch. Und von wegen Tarantino hätte doch mal gut 30 Minuten gegen Ende hin rausschneiden können. Ja, hätte er. Wenn man nur mehr Transformerlike schnelle Schnitte, atemraubendes Tempo und keinen Moment des Storytellings erleben möchte, bitte gerne. Wer sich auch nur ein kleines bisschen mit Erzähltempo, bewusstem Geschwindigkeit rausnehmen etc. beschäftigt, erkennt, der Film ist ganz großes Theater.

So, und mehr mag ich jetzt auch gar nicht mehr sagen, schaut ihn euch doch bitte selber an, ja?

9 Stars

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