Von Comic-Nerds, einem regnerischem Spaziergang und teuren georgischen Paradeisern… oder so

Was für ein Samstag… Der Plan war ja wirklich wunderbar, nur leider nicht wirklich durchdacht. Wir wollten gemütlich um die Mittagszeit nach Wien fahren, beim wunderbaren Collector’s Corner ein paar Comics beim Gratiscomictag abstauben, vielleicht ein, zwei neue Graphic Novels finden, danach ein bisserl über den Karmelitermarkt spazieren, eine Kleinigkeit essen, gemütlich Richtung 1. Bezirk wandern, dort Schwesterlein treffen und gemeinsam die Friedrichshof-Doku „Meine keine Familie“ anschauen, von dort dann rasch zurück zum Auto, ins UCI in die Millenium City düsen, dort dann noch ganz gemütlich Star Trek Into Darkness und dann ab nach Hause und in die Heia, war ja ein langer Samstag…

Tja, so war der Plan…

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Beim Wegfahren von Fischamend war das Wetter in Fischamend ja tatsächlich noch nicht mal ganz so übel. Dass für den Nachmittag und den Abend Regen vorhergesagt war: wir haben es ignoriert. Oder übersehen.

Wie auch immer. Erstes Ziel war der Comicladen Collector’s Corner. Wir rein und Y. prallt zurück. Klar, der Laden ist auch wirklich klein und auch wirklich wohl gefüllt mit, ja, sagen wir es, wie es ist: Mit Nerds. Aber so wirklich. Ich ziehe mir schließlich auch kein Jack Sparrow Kostüm an. Wenn ich noch mal mehr wiege, noch weniger. Oder laufe mit einem riesigen Plastikschwert als japanische Mangafigur durch die Gegend. Oder kaufe mir klingonische Unterhaltungsliteratur. Aber he, jeder wie er mag und Y. mochte eben draußen warten und ich mochte drinnen ein bisserl stöbern, zwei Graphic Novels erwerben und dann zogen wir auch schon weiter.

Richtung Karmelitermarkt. Soll man ja schließlich so toll essen können dort. Nicht. Und schon gar nicht wenn es regnet. Dann ist nämlich alles gesteckt voll, außer, ja außer diesem kleinen ukrainischen Laden. Warum der nicht voll war? An der Qualität des Essens lag es ja wirklich sicherlich nicht. Das war toll. Aber das Service, naja. Kann man drüber streiten, ob man wirklich beide Hauptgerichte serviert haben mag, die man bestellt hat. Und die Preise? Tjo, ist schon ein stolzer Preis, für eine wirklich kleine Schüssel von zugebenerweise sehr leckerem Tomatensalat 6,80 € zu verlangen. Aber vielleicht sind wir auch einfach keine Bobos. Oder so…

Von daher, weiter durch den Regen Richtung innere Stadt. Weil, schließlich stand ja noch ein Kinobesuch gemeinsam mit meiner Schwester auf dem Programm. Unter anderem. Meine keine Familie. Beschäftigt sich mit dem Friedrichshof, gibt ja ein paar Verbindungen dazu. Von daher, durchaus interessant. Hoffte ich. Befürchtet habe ich ehrlicherweise einen ziemlich verkopften, intellektuell verschnupften Film. Aber dazu später.

Zuerst haben wir noch versucht rauszufinden, ob wir anstatt Bobos vielleicht doch eher jung gebliebene Alte sind…

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Was? Naja, was macht man, wenn man in Wien unterwegs ist und es regnet. Man setzt sich in ein Kaffeehaus. Und weil Y. Gusto auf Punschkrapfen hatte, ging es ab in die nächste Aida. Ich hatte da so ein herrliches Himbeer-Kardinalschnitterl. Und der Service war auch ok und die Preise halt Innere Stadt aber eben doch ok und von daher, vielleicht sind wir doch eher junggebliebene Alte. Oder aber wir verstehen einfach, dass trotz aller Bobo-Hipster-Coolness auch immer noch die Qualität passen muss. Und die hat am Karmelitermarkt eben nicht gepasst.

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Vor dem Kino dann tatsächlich auch noch hungrig – schon vergessen, es bekam ja nur einer von uns eine Hauptspeise zu Mittag – daher noch rasch einen Abstecher zu einem sehr sentimentalen Ort für Y. und mich. Zum Burger King.

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 Tjo, und dann waren wir auch schon im Gartenbau und bei der Doku. Jau. War ganz in Ordnung. Lässt natürlich viele Fragen offen, schildert die Geschichte natürlich nur aus seiner Sicht, aber, ist eben auch seine Doku und seine Sicht. Eigentlich schwer in Ordnung. Nach so einem Film ließe sich natürlich herrlich diskutieren. Oder drüber weiter informieren (und das macht ihr am besten auch selbst). Nur für uns ging es zügig weiter. Weil war ja nicht Endpunkt unserer Reise an diesem Samstag.

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Wir düsten nämlich dank Katrin – unterbrochen von einem kleinem Schwätzchen mit einer Freundin von – weiter zurück zu unserem Auto und von dort dann weiter in die Millenium City. Zu Star Trek Into Darkness. Weil ja und überhaupt. Star Trek. Reserviert für 20.15 Uhr waren die Karten. Ging sich nicht wirklich aus. War aber ja auch klar. Vor allem, weil wir zwar fast pünktlich vor dem Kino ankamen, dort dann aber die Megaschlange beim Einlass war. Wir also zurück zur Kassa, ich kurz mit denen diskutiert und siehe da, Karten für eine spätere Vorstellung umgetauscht und sogar noch Gutscheine für 2 Soft Drinks und 2 Popcorn abgestaubt. Dass Y. mich dann beim Popcornstandl nicht mit der Tante hinter dem Tresen streiten hat lassen, dass Coke Zero genauso ein Soft Drink ist und die Behauptung des UCI, das wäre ein Cold Drink und deshalb nicht für den Gutschein berechtigt, sehe ich ihr gnädig nach. War ein langer Tag.

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Wichtiger war ja auch. Rein ins Kino zu Star Trek. Ich war ja noch relativ verwundert, dass keine ausgemachten Trekkies zu sehen waren. Aber egal. Star Trek. Film geht los… oder halt. Zuerst mal Werbung. Wobei, warum nur Ton und kein Bild? Passt zum Tag. Projektor kaputt. Oder Störung? Was genau wissen wir nicht, den auch das Mikro, mit dem das UCI-Personal eine Durchsage macht, ist leider defekt und mehr knarzkrachknarz war nicht zu verstehen.

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Zehn Minuten später geht es dann doch weiter, es wird dunkel, der Film beginnt und hinter uns beginnt eine leise Stimme immer wieder unverständlich zu murmeln. Den ganzen Film über. Nicht ungut, nicht wirklich störend und der Film ist auch so gut und spannend, dass man den Typen gerne vergisst, aber er ist doch da. Ich sage ja, dass war ein Gratiscomictag-Nerd, der uns weiter verfolgt hat und seine Meldungen ans Mutterschiff durchgegeben hat, Y. ist davon überzeugt, dass es sich um einen Simultanübersetzer gehandelt hat. Für klingonisch. Wie auch immer.

Es war ein schräger Samstag.

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