Historische Flugtage Fischamend – Review mit ein bisserl Abstand

Ich habe hier und hier von den 2 Flugtagen in Fischamend vergangenes Wochenende berichtet. Und zwar jeweils direkt im Anschluss dran, abends, grad frisch heimgekommen, noch staubig vom Flugfeld, das Gesicht noch mit Kerosin beschmiert… Wobei berichtet fast ein bisserl zu hoch gegriffen ist, schließlich haben mir aufgrund der Eindrücke schlichtweg die Worte gefehlt, die das Erlebnis beschreiben könnten.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich heute die richtigen Worte finde, aber ich finde zumindest Worte, die für mich richtig klingen, denn auch mit ein paar Tagen Abstand zum Event hin bleibt immer noch alles grossartig. Ich bin immer noch ganz erschlagen vom Retro-Flair, dass die 2 Tage da oben am Flugfeld geherrscht hat, bin immer noch ganz erschlagen von den Eindrücken, die ein Airbus 320 in mir auslöst, wenn er in 30 Meter Höhe über mir hinwegdonnert. Selbstverständlich könnte man jetzt einwenden, dass ich sowas seit meiner frühesten Kindheit in Kleinneusiedl am Tag 5x hatte und auch jetzt in Fischamend sind die Flieger nicht allzuweit entfernt und mein Brötchengeber ist doch sowieso der Flughafen Wien/Schwechat und da würd ichs ja sowieso tagtäglich sehen. Klar, aber erstens seh ich trotzdem immer noch gerne Flieger und bin immer noch fasziniert, wenn ein „stinknormaler“ Airbus auf einer „stinknormalen“ Piste abhebt und Samstag war das eben keine „stinknormale“ Piste, sondern eine Graspiste, nicht wirklich länger als ein Fußballplatz, breiter schon gar nicht und da einen Airbus drüberrauschen zu sehen, hautnah mit dran zu sein am Geschehen, dass war, so bin ich überzeugt, nicht nur für mich, sondern für jeden dabeigewesenen was ganz besonderes…

Dieses spezielle Flair an diesen 2 Tagen ausgemacht hat aber für mich die Kombination von alt und neu, das Zusammenspiel von 60, 70 Jahre alten Fluggeräten wie einer Boing Stearman oder einer Ryan PT-22, die einem „Follow me“ Fahrzeug hinterhertuckeln, der Einfachheit des Flugplatzes (wohl wissend natürlich, wie viel Arbeit dahintersteckt in Wirklichkeit), der ja genaugenommen nur eine akkurat gemähte, sauber abgesteckte Wiese war und gleichzeitig der Professionalität und Modernität des Towers und der Flugplatzleitung, die mithilfe von modernstem Equipment innerhalb der Flugzone des Flughafens Wien/Schwechat noch mal eine kleine LOWF (so hiess nämlich dieser einmalige Flugplatz Fischamend) Flugzone eingerichtet haben.

Dass das ganze nicht nur mich begeistert hat, zeigen schon alleine die offiziellen Besucherzahlen in Höhe von 8.600. Das aus einem Traum des Heimatmuseum-Kurators Franz Lorenz in wochen- und monatelanger Arbeit gemeinsam mit Ing. Gerhard Gruber unterstützt von zahllosen Helfern und vielen vielen Sponsoren dann so ein fantastisches Event entsteht, war wohl nur in künsten Träumen zu erwarten. Oder wie es Franz Lorenz am Sonntag Abend nach seiner Platzrunde in der Boing Stearman ausdrückte:

Ich hab vor 1 1/2 Jahren einen Traum gehabt. Die Wirklichkeit ist jetzt noch mal viel viel schöner geworden.

Das war aber auch tatsächlich eine wunderschöne Wirklichkeit am Flugfeld LOWF und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass keiner der dabeigewesenen diese 2 Tage so schnell vergessen wird, in die Geschichte Fischamends sind sie auf jeden Fall schon jetzt eingegangen, ich hab heute in der Früh beim Wurstsemmel einkaufen miterlebt, wie 2 Bekannte drüber diskutiert haben und als der eine zum anderen auf die Frage, wieso er den nicht dort gewesen wäre, antwortete:

Hör mia doch auf damit, i moch ma jo selber seit 3 Tog die ärgsten Vorwürfe, weil i…

(und dann folgten noch ein paar recht deftige Schimpfwörter, die hier aber nichts zur Sache beitragen können), da war mir klar, über dieses Event wird nicht nur in Fischamend noch lange geredet werden und auch wenns blöd klingen mag, ich bin stolz, an beiden Tagen von früh bis spät hautnah am Geschehen dabeigewesen zu sein.

Und ausserdem hat mir der Flugtag dank Google-Suchbegriffen wie eben „Flugtag“ oder „Fischamend“ nicht nur vergangenen Donnerstag das erste Mal einen Tag mit über 1.000 Besuchern beschert, sondern Samstag und Sonntag gleich noch mal deutlich über 1.000 und Montag bin ich dann ganz knapp an der grossen 2 vorbeigeschrammt. Wie lange dieser ums doppelte höhere als übliche Traffic noch anhalten wird keine Ahnung, gegen ein paar Tage mehr diese Zugriffszahlen hätte ich persönlich nichts einzuwenden 🙂

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