Leonard Cohen in Wiesen

Kaum zu glauben, dass es schon wieder fast eine Woche her ist, dass ich Leonard Cohen live in Wiesen sehen durfte.

Also fast eine Woche jetzt deshalb, weil dieser Beitrag natürlich genau eine Woche nach dem Konzert erscheint, tatsächlich geschrieben hab ich ihn aber schon am Sonntag (übrigens während ich mir Lissi und der wilde Kaiser angeguckt und für gar nicht mal so schlecht befunden habe…

Auf der Fahrt nach Wiesen hab ich versucht rauszufinden, wann ich das letzte Mal auf einem Konzert war und jetzt kleinere Gigs von unbekannten Bands nicht mitgerechnet ist das tatsächlich schon eine ganze Weile her… Muss 2005 oder 2006 Nena in Parndorf gewesen sein. Ich sag das hier deshalb ehrlich, weils verschweigen ja sowieso nicht bringt und abgesehen davon, live ist die Dame gar nicht mal so schlecht. Kein Vergleich mit Leonard Cohen natürlich, nicht mal wirklich mit den meisten der unbekannteren Sachen die ich in der Zwischenzeit so gehört hab im Stand Up oder wo auch immer, aber wie gesagt, live gar nicht mal so schlecht.

Aber kommen wir zum wesentlichen. Wiesen. Leonard Cohen. Ca. 1 Stunde vor Konzertbeginn eingetroffen, der Parkplatz gesteckt voll (was bedeutet hat, mich ganz am Ende einparken zu müssen, was dann abreisetechnisch aber wieder ein wesentlicher Vorteil war) und ein Großteil der gut 7.000 Besucher bereits da. Sehr entspannte Stimmung, was bei einem derart bunt durchgemischten Publikum auch nicht wirklich verwunderlich war. Von der 15jährigen Tokio Hotel Zielgruppe bis zu Hansi Hinterseers weisshaarigen 70er-Gang war alles vertreten. Und was sollen so unterschiedliche Typen schon machen als sich alle schön gemütlich ins Wiesener Gras zu pflanzen und auf Leonard Cohen zu warten.

Punkt 8 Uhr (und da war ich fast schon ein bisserl enttäuscht, ein Star wie Leonard Cohen sollte sich schon ein bisserl verspäten) dann die Band und er auf der Bühne und ohne Firlefanz, ohne pompöse Lichtshow, ohne irgendwelche Effekte, einfach Licht und Sound an, ging es los. Mitten rein in die erste Nummer. Und die zweite. Und so weiter. Kurze Pause nach gut 1 1/2 Stunden und dann hat er noch mal ne gute Stunde gespielt. Alle Hits, alles was erwartet wurde. Also von mir zumindest. Bird on a Wire, If it be your will, Take this waltz, First we take Manhatten, Everybody Knows. Und natürlich, in einer ganz ganz feinen Version – Hallelujah. Live noch mal besser als alle Versionen die ich kenne (und treue Leser wissen, ich kenn von Hallelujah verdammt viele Versionen). 3 Zugaben und dann war Schluss. Und weil ich am Parkplatz gleich beim Ausgang stand, musste ich mich auch durch keinerlei Stau quälen…

Soviel zu den harten Fakten. Tatsächlich gehts ja bei einem Konzert, und noch dazu einem Leonard Cohen Konzert nicht die Bohne um irgendwelche Hard Facts. Was war also wirklich wichtig? Leonard Cohen ist ein Sir. Eine Erscheinung. Der Typ ist 74 und steht auf der Bühne und ist da. Ich meine, natürlich ist er da, ist schon klar, schließlich ist er ja wirklich da. Das ist ja auch eher im übertragenen Sinne zu verstehen. Leonard Cohen hat zwar immer noch eine sensationelle Stimme, aber die hat er gar nicht notwendig, um das Publikum zu begeistern, in seinen Bann zu ziehen. Das hat er schon, ohne auch nur ein Wort zu singen. Und auch wenn er jetzt nicht grade die große Bühnenshow abzieht, für 74 turnt er immer noch genug herum. Tatsächlich also zusammenfassend – das Leonard Cohen Konzert in Wiesen sowohl von den Hard als auch Soft Facts beeindruckend und absolut fantastisch… danke 🙂

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hmm… ich wollte auch hin, hab aber leider keine Zeit gehabt. Vielleicht kommt er ja mal wieder. War ja erst vor kurzem in Wien.

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