Lesezirkel – Entschuldigen Sie meine Störung

Bei den Fischamender Spielleut haben Horsti und ich mal probiert, einen Sketch aus rein gar nichts aufzubauen. Einfach nur 10 Minuten sinnloses Gebrabbel, dass sich mit unglaublichen Wendungen immer weiter ins Nonsense steigert und dann letztendlich einfach aufhört. Hat nicht funktioniert. War selbst für einen 10-Minuten-Sketch zu gehaltlos.

Funktioniert auch nicht für ein Buch… Roman ist ja „Entschuldigen Sie meine Störung“ von Jan-Uwe Fitz nicht. Sagt er. Weil Handlung darf man sich keine erwarten. Roten Faden auch nicht. Schließlich geht es ja um einen mit Störungen und wie könne eine Geschichte über den auch schon einen Sinn ergeben. Was grundsätzlich ja auch gar kein Problem wäre. Ich hab schon Geschichten gelesen, da war von der Idee und  Ausgangslage her ganz ähnlich Nonsense an Nonsense gereiht. Das Problem ist nur – und das war es auch beim Sketch – es darf nicht alleine die Idee sein, immer noch nen größeren Nonsense aufzutischen. Die Leser mit einer noch verblüffenderen Wendung zu überraschen. Ganz ehrlich? Bei der vierten völlig überraschenden Wendung hab ich gebrüllt vor lachen. Den Fußklauer hab ich genial gefunden. Aber beim achten Mal hat es dann angefangen langweilig zu werden. Anstrengend zu lesen. Bei der 14. Wendung hab ich mich gefragt, wann denn endlich die 15. kommt. Um es kurz zu machen. Nicht mein Buch, für mich schwingt immer zu sehr die Stimme des Schreiberlings mit „Haha, damit habt ihr jetzt aber wirklich nicht mehr gerechnet…“. Doch, hab ich. Weil ein Buch, dass auf jeder Seite neu überraschen will, letztendlich sehr vorhersehbar wird.

Es auf Etappen zu lesen, so wie es uarrr (dem wir die Idee mit dem digitalen Lesezirkel zu verdanken haben) in seiner Rezension vorschlägt, funktioniert übrigens auch nicht, hab ich gemacht. Ich würd ja ein Verdichten der Geschichte auf vielleicht 70, 80 Seiten vorschlagen. Aber wer bin ich schon… Und he, besser ein nicht ganz so hervorragendes Buch gelesen als gar kein Buch gelesen.

 

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