mehr als nur einen Schritt näher dran an Hollywood – Brad Pitt kann sich schön langsam auf richtige Konkurrenz gefasst machen

eigentlich hätte hier an dieser Stelle ja ein ganz anderer Beitrag erscheinen sollen, nämlich dieser hier:

Schließlich sind es von Fischamend bis nach Wien rein gut und gerne 25 Kilometer und Fischamend liegt östlich von Wien, sprich, es geht westwärts, Hollywood entgegen. Schließlich hab ich bei den Fischamender Spielleut ja immer angekündigt das ich weg bin wenn Hollywood anruft. Hollywood hat noch nicht angerufen und weg bin ich natürlich auch nicht, schließlich darf ich ja auch den Alpenkönig Silberkern in „Alpenkönig und Menschenfeind“ spielen.

Aber eine befreundete Theatergruppe hat beim Karl und mir angeklopft, ob wir nicht der Hetz halber eine kleine Statistenrolle in ihrem „Talisman“ übernehmen wollen. Einfach nur so, ein paar Proben, auf der Bühne stehen in einem Stück, mit dem wir beide unser Bühnendebüt gaben, damals, 1996, meinereiner als Titus Feuerfuchs, karliii als Bierversilberer Spund . Und natürlich haben wir uns das nicht lange überlegt und uns noch weniger lang bitten lassen. karliii in ich weiss jetzt gar nicht welcher Rolle, ich zum ersten Mal in einer Doppelrolle, darf beim Bühnenumbau helfen und kurzum – wir haben dabei wieder genau der Spass, den Theater spielen wirklich machen soll. Manchmal muss man wirklich einen Schritt zurück machen, zurück zu den Wurzeln, um wieder den Spass zu erkennen, wieder die Freude zu finden.

Und deshalb – wer mag – kommt zuschauen, Premiere ist am 27. November, näheres findet ihr auf der Website der Berghoamat (und ich würde natürlich niemals wagen, die Fischamender Spielleut mit der Berghoamat zu vergleichen, aber unsere Homepage gefällt mir dann doch besser…).

Und soll ich ganz ehrlich was gestehen? Am Samstag gehen der karliii und meine Wenigkeit zu ner Besprechung (das ich mir vorher noch die aktuelle Produktion von ihnen anschauen muss darf, ist wohl höflichkeitshalber nicht zu vermeiden, aber ihr kennt ja meine Abneigung gegen Theateraufführungen vom Zuschauerraum aus genossen) und es ist das gleiche herrliche Kribbeln wie zu Fischamender Spielleut Anfangszeiten 🙂

Bleibt eigentlich nur noch festzustellen, dass es zumindest geographisch tatsächlich Richtung Hollywood geht und wenn die nächste Gastspielstätte nicht Purkersdorf sondern zumindest Zams in Tirol ist könnt ich es auch noch schaffen bevor ich für die jugendlicher-Liebhaber-Rollen zu alt geworden bin… Andererseits, Brad Pitt und George Clooney werden mit dem Alter ja auch immer besser.

Dieser Beitrag wurde, ihr habt es sicher schon erahnt, natürlich geschrieben, bevor mit den Proben begonnen wurde. Mittlerweile sind wir schon fest drinnen und kurz vor der Premiere und weil da sowieso wenig Zeit für nichts bleibt, wurde vorgekocht. Ist aber irgendwie auch witzig, zwei Monate alte Gedanken heute zu lesen und genau das gleiche zu empfinden. Entweder kenn ich meine Gefühle beim Theater spielen schon viel zu gut oder ich bin ein sensationeller Wahrsager…

 

Soweit also der Text, den ich ursprünglich vorbereitet hatte. Allerdings haben jetzt sowohl der karliii als auch ich die Mitwirkung in Wien doch canceln müssen.  Nicht jetzt, weil es an irgendwelchen künstlerischen Differenzen gescheitert wäre und über die Gage waren wir uns auch vollkommen einig (sic!), es hat einfach zeitlich überhaupt nicht geklappt. Der oder die treue MitleserIn hier kennt ja mein ewiges „die Zeit ist mehr als knapp“-Problem (wobei, genau genommen könnte ich ohne Stress und zu wenig Schlaf ja gar nicht existieren, dieses Mal ist es aber dann doch zu viel geworden.

Trotzdem haben die paar Proben, bei denen wir dabei waren, recht viel Spass gemacht, wir haben auch einiges gelernt (und das ist jetzt wirklich nicht bös gemeint) und zwar vor allem unseren Regisseur wieder so richtig zu schätzen. Und damit bleibt eigentlich abschließend nur eines zu sagen: An meiner Oscarrede hab ich noch ein bisserl mehr Zeit zu feilen…

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.