Was für ein Jahr oder Wenn es Sie nicht interessiert, dann gehen Sie doch einfach weiter

Was für ein Jahr…

Ich wurde 30, ich hab wieder zu studieren begonnen, hab seit einer gefühlten und tatsächlichen Ewigkeit eine positive Note auf ein Examen bekommen, ich hab Menschen geliebt und die meisten davon liebe ich auch heute noch, ich hab mehr Spass als Ärger gehabt, hab mehr gute Bücher gelesen als dumme Sendungen gesehen (behaupte ich jetzt einfach mal), habe mir mühsamst so einiges an Gewicht runtergehungert und geschwitzt (was ich aber, keine Sorge Leute, niemals alleine geschafft hätte, dazu brauchte ich schon meine zwei Motivatorinnen) hab so einiges dazu gelernt (und das mein jetzt nicht nur wissensmässig sondern auch über mich und ein paar der Menschen die mir nahe stehen). Ich habe furchtbare Schmerzen erlitten und noch dazu freiwillig und ich gebe es zwar nicht gerne zu aber auch das hat mir Spass gemacht. Ich hatte 10jähriges Maturatreffen (das 11jährige haben wir ausgelassen und ja ich weiß, das ist nicht ganz logisch, vielleicht erzähle ich die Geschichte irgendwann mal). Ich habe ein zwei Dankesschreiben vom Gusi bekommen. Ich habs auf die Tageskarte vom guten Rob geschafft, ich habe…

…ach hör doch auf mit der Scheisse, interessiert doch keinen…

Nicht? Mir doch egal 🙂

Aber stimmt schon, wurde fast schon zu gefühlsduselig da oben, aber he, so kurz vor dem Jahresende geht es mir immer so, darum macht man ja auch einen Jahresrückblick, sei der jetzt sportlicher oder politischer oder was auch immer welcher Natur. Meiner ist meiner Natur und deshalb geh ich das jetzt noch mal durch. Nicht alles den Samuel Shem schreibt ja sinngemäss:

In vergangenem rumwühlen hat noch keinem geholfen

aber andererseits sagt der leider heuer verstorbene A. Solschenyzin (oder eigentlich nicht er, ich hab nur bei ihm dieses russische Sprichwort gelesen:

In Vergangenem wühlen – ein Auge verlieren.

Vergangenes vergessen – beide Augen verlieren.

Und ja klar, das ist jetzt sehr sehr anmaßend dieses Zitat auf mich zu beziehen, vor allem wenn man den ursprünglichen Zusammenhang kennt, aber andererseits ist doch anmassend zu sein eine meine allerbesten Eigenschaften…

(Ach wenn sich jetzt übrigens jemand erwartet, ich würde hier trotzdem noch mal haarklein durchkauen, was ich jetzt so ganz genau das letzte Jahr erlebt habe, liegt er ziemlich falsch. Alles wesentliche erzählbare kann man sowieso hier nachlesen und die Dinge, die ich schon nicht erzählt habe, als sie mir passiert sind, haben einen Grund gehabt warum ich sie nicht schon damals erzählt habe…)

Warum genau schreib ich dann einen Blogbeitrag mit dem Titel „Mein Jahresrückblick“? Naja erstens könnt ich hier ja noch mal per Link auf die allerallerfeinsten (meiner Meinung nach zumindest) Sachen hinweisen. Ich meine, alles jetzt noch mal durchkauen, ne, aber so Sachen wie was ich in Porec mit der Alma getrieben hab mein Kroatien-Urlaub verlaufen ist, warum eine Inline-Halbmarathonniederlage tatsächlich eine Niederlage, aber ein letzter Platz bei einem 10km Lauf nur ein paar Wochen drauf ein Triumph war obwohl ich mich als letzter weinend ins Ziel geschleppt habe alle gross angekündigten Taten nicht einhalten konnte und was J. F. Cooper damit zu tun hat oder wieso ich Anfang November vom Spitzensport zurückgetreten bin, kann man doch tatsächlich noch mal lesen, oder? Ich mein, muss ja keiner, nur wer mag.

Und keine Sorge, ich leb jetzt nicht auf einmal in der Vergangenheit und grübel nur mehr drüber nach was mir passiert ist. Ich stürme immer noch ohne nachzudenken voller Mut in die Zukunft und wie hier ja sogar wissenschaftlich bewiesen wurde – ich muss einfach alles einmal ausprobieren. Aber weil ich doch sowieso nicht der allersportlichste bin (und weil ich das weiss, wurde in diesem Zusammenhang bereits vor über einem Monat das gute alte Wampe weg Programm wieder belebt und als „Rein in die Uniform“ neu gestartet) kann ich sowieso nicht die ganze Zeit nur vorausstürmen sondern muss ab und an anhalten um nach Luft zu japsen. Und die Gelegenheiten nütze ich persönlich dann auch gleich recht gerne um mich kurz um zu schauen. Stimmt die Richtung noch ungefähr? Sind mir irgendwelche zwielichtigen Gestalten gefolgt? Wenn ja, laufe ich langsam genug damit sie auch nicht die Spur verlieren? Hab ich mir eh was angezogen? Und verdammt noch mal, warum pfeift meine Lunge so?

Und das mach ich mit diesem Beitrag hier auch quasi off the record. Wer das jetzt für selbstverliebt hält, weil ich damit mein Jahr 2008 ja auch für im Internet Jahresrückblickfähig halte, mir doch egal (schon vergessen, meinereiner und selbstanmassend sein…). Schließlich hat es euch so sehr interessiert, dass ihr bis hierher gelesen habt. Irgendeiner anwesend, der entgegnet, ihn würde das trotzdem nicht interessieren? Ach dann liest du wahrscheinlich nur aus blankem Selbsthass weiter um dich selbst zu quälen. Auch eine sehr gesunde Einstellung. Aber nicht mein Problem. Also weiter im Text.

Wo waren wir, ach ja…

Was ja bei einem Jahresrückblick auch gerne angeboten wird, ist so eine kleine Jahresvorschau, was 2009 kommen wird. Gibts bei mir sicher nicht. Schließlich bin ich erstens kein Hellseher und zweitens kommt es doch sowieso immer anders und drittens wollt ich meine Zukunft noch nie kennen. Höchstens die Lottozahlen. Und viertens gibt es da noch den kleinen Franzosen der da sagte:

Wer von Anfang an genau weiß, wohin sein Weg führt, wird es nie weit bringen.

Nur so viel sei verraten für die, die es noch nicht hier oder hier mitbekommen haben: im März werde ich wieder gemeinsam mit den Fischamender Spielleut auf der Bühne des Volksheim Fischamend stehen und zwar dieses Mal als Hans Bockerer im, richtig geraten „Der Bockerer“. Passt ja auch irgendwie, schließlich spielt den Bockerer, also im Stück mein Vater, auch tatsächlich mein Vater. Meinereiner darf wieder mal ein Arschloch spielen, wobei ich ja bisher immer ein schon ein bisserl ein liebenswerter Schweinehund als Alfred und Liliom war, dieses Mal find ich keine netten Seiten an meiner Rolle. Macht aber gerade deswegen wohl auch besonders viel Spass das Proben. Wie immer darf ich aber trotzdem meine Toilettenszene haben (also keine Sorge Ronnie, die Klospülung werden wir auch heuer wieder brauchen) und eine Liebesszene gibt es natürlich auch wieder mit mir, allerdings dieses Mal… ach so, ne, zuviel darf ich ja auch wieder nicht verraten. Kommt es euch einfach anschauen, Samstag, 21. März haben wir Premiere.

Also zurück zur nicht passierenden Vorschau und damit zurück zum Rückblick. Was halte ich noch für wesentlich? … Ach ja, hab Anfang des Jahres diesen Test hier gemacht und damals 73 von 200 Sachen erledigt gehabt und hab heuer noch ein paar Dinge zusätzlich auf die Reihe gekriegt, komm mittlerweile auf 111. Seltsam finde ich bloss, dass ich bei Romantik 10 von 10 schaffe und bei Verbotenem 8 von 10. Hätte mich jetzt eigentlich weder als sonderlich romantisch noch als sonderlich schlimmer Finger gesehen…

Schauen wir noch, was mich 2008 musikalisch, filmisch etc. beeindruckt hat. Perfekter Song 2008? Tatsächlich Neues war wenig dabei das mich vom Hocker gehauen hätte. Filme? Dark Knight, Iron Man, Juno und The Wrestler (müsst ihr euch unbedingt anschauen, grosses Comeback von Mickey Rourke). Grösste Enttäuschung? Keine Frage, das waren diese verschissenen verdammten Erdmännchen. Und wenn die wirklich auch noch einen fünften Teil verbrechen, dann muss ich wohl wirklich wieder mal über den grossen Teich segeln… Theater? Hab ich heuer entgegen meiner eigentlichen Vorliebe so einiges gesehen und das meiste davon war… bemüht. Ich weiss schon warum ich nicht so gerne ins Theater gehe, aber man glaubt mir ja nicht. Werde ich nächstes Jahr auch wieder ins Theater gehen? Ich werd müssen. Mehr sag ich dazu nicht.

Ansonsten glaube ich, bin ich erst heuer so richtig in Fischamend angekommen, bin weiterhin nicht auf der Suche nach… ach ihr wisst schon, aber was passiert passiert doch sowieso und erzwingen bringt erstens nix und dann macht das Leben auch keinen Spass wenn man die Dinge nicht einfach passieren lässt (schon mal ein bisschen über den Satz ganz oben auf meinem Blog, neben dem Foto, nachgedacht…?). Abgesehen davon begegnen einem die schönsten Frauen doch sowieso immer dann, wenn man nicht damit rechnet. Beim Einkaufen beim IKEA z.b., oder wenn man sich ein Eis in Porec kauft…

Ansonsten? Ich habe vorhin geschrieben, ich will gar nicht wissen was die Zukunft bringt und das stimmt natürlich noch immer, schließlich weiss ich, was ich will und ändere nicht alle 3 Sätze meine Meinung (oder?). Aber wünschen tu ich mir trotzdem ein paar Dinge von 2009. Welche das genau sind? Ein bisserl zu off the record, selbst für mich. Aber vielleicht gehen ein paar davon ja in Erfüllung und ich schreib dann nächstes Jahr drüber. Also Geduld meine Freunde, Geduld.

Sodala und jetzt heisst es aufstehen von der virtuellen Couch, genug der Seele ausgebreitet und offenbart, danke fürs Freud-spielen-und-zuhören, schließen wir das alte Jahr mit einem der besten Neujahrsongs ever (in einer zugegebenermassen seltsamen Version)

Später zu diesem speziellen Lied noch mehr, versprochen…

Und natürlich, ganz zum Schluss, auch noch ein bisserl Statistik für unsere Zahlenfreaks: off the record gibt es in der Form seit Mitte Mai (die Anfänge auf blogr.at lassen wir hier halt mal beiseite), macht also totally 233 Tage Blogdasein, in dem Zeitraum sind 279 Beiträge online gegangen, ich hatte bis heute 43.657 Visits und 204.661 Page Impressions, macht also einen meiner Meinung nach ganz beachtlichen Schnitt von 187 visits hier pro Tag und 878 page impressions. Die meistgelesensten Beiträge – der über unsere Summer Ending Party, über meinen 30er und meine Rücktrittserklärung vom Spitzensport. Noch. Denn, und das ist jetzt fast ein bisserl deprimierend weil ich ja mit der Geschichte eigentlich gar nichts zu tun habe sondern sie nur weitererzählt habe, seit Anfang Dezember schiebt sich der Beitrag hier immer weiter nach oben (könnte aber natürlich auch an den knackigen Schlagwörter liegen). 45 % meiner Besucher nutzen den guten alten Firefox, 36 % sind noch immer IE-verblendet, immerhin fast 11 % nutzen Opera, knappe 5 % Safari. Bei den Betriebssystem führt ganz deutlich Windows mit 88 %, knapp gefolgt von Mac-Usern mit bissl was über 8 % und es gibt tatsächlich 2 % Linux-User. Interessant auch, von wo meine Besucher kommen (jetzt mal abgesehen von Feedlesern und direkten Eintippern): ein ganzer Haufen über Google (mit den Suchbegriffen „nackte“, „frauen“, „salamanderbahn“, „fanzone“, „schmerstrudel“, „clemens“, „schleinzer“ an der Spitze, warum ich gerade mit diesen Suchbegriffen in Verbindung gebracht werde dürft ihr mich allerdings nicht fragen…), wenig überraschend sehr sehr viele von der Website der Fischamender Spielleut und dank Tageskarte-Verlinkung (siehe ganz oben) von Robert Basic auch von ihm sehr viele.

Und damit…

Guten Rutsch, brav bleiben, nicht zuviel Blödsinn anstellen und wenn es denn unbedingt sein muss, nicht vergessen, meinereiner konnte noch nie zu einer dummen Idee nein sagen.

🙂

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oh Du mein Guter !
    Das ist ja ein ereignisreiches Jahr gewesen !
    Bei mir auch. Besonders als im Oktober mein Vater gestorben ist. Die letzten Monate davor waren schon sehr anstrengend. Aber das wollte ich nicht bei unserer Weihnachtsfeier besprechen.
    Übrigens: wie hat sie Dir gefallen ?
    Ich bin ja da immer ein bißchen verkrampft hihi
    Aber Ernki wollte Großmutti eine Freude machen – und war dann der Meinung, dass die sich zuwenig gefreut hat … weil zuwenig weihnachtliche Wünsche und freundliche Gespräche waren … aber ich habe Ernki eh gesagt, sie kann sich nicht für andere freuen oder weihnachtliche Gespräche führen, wie sie sich das halt vorstellt … hihi
    Ich bin mir sicher, dass sie daraus gelernt hat …

    Na, jetzt habe ich auch einen Rückblick verfasst…

    Dir Alles Gute und toi, toi, toi ich bin von Deinen Theateraktivitäten sehr beeindruckt !

    • das mit deinem Vater wusst ich nicht, mein herzliches Beileid.

      Weihnachtsfeier war schwer in Ordnung, seh das mit den Gesprächen und Wünschen ähnlich, bedingt durch die Familiengrösse kann man sich halt nicht allen gleich widmen, bzw. wirds immer ein bisserl eine Zusammenrottung von „alt“ und „jung“ geben und dazwischen „ganz jung“ herumwuselnt…

      was meine Theateraktivitäten betrifft, wird schon schiefgehen, wie wir vom Theater sagen, muss ja jetzt im Jänner ernsthaft mit abnehmen anfangen, weils dermalen eine Liebesszene mit meiner Mitwirkung geben wird und aufgrund von doch wahrscheinlich recht wenig Bekleidung möcht ich doch eine halbwegs gute Figur auf der Bühne machen 🙂

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