nur kein Alptraum sagte B.

und bevor ich jetzt diese Geschichte erzähle: kann der Wunsch nach nur keinem Alptraum nicht schon von Haus aus nicht in Erfüllung gehen? Ist das nicht schon von Anfang an die völlig falsche Einstellung zum Leben?

Aber der Reihe nach. Ihr erinnert euch sicher an B. Nettes Mädel das immer wieder mal hier auf diesem Blog auftaucht. Unvergessen natürlich (und bis vor kurzem tatsächlich auch meistgelesene Geschichte hier) ihre Erzählung über barbusigen Urlaub in New Orleans (geht ja auch gar nicht anders zu Mardi Gras Zeiten) und wenn ich mich recht entsinne, hat sie auch schon mal für ein Zitat hergehalten. Also grundsätzlich ganz o.k. Allerdings hat ihr in letzter Zeit leider die Motivation für neue Geschichten gefehlt. Zuerst dachte ich, dass läge an falscher Bescheidenheit und einem kleinen Problem ihrerseits, ihre Erzählungen hier der Öffentlichkeit auszubreiten. Aber das stimmt wohl nicht, zumindest nicht ganz. Schließlich könnte B. ja jede sein. Und außerdem war da ja schon letztens dieser Kommentar von ihr…

Ihr seht, lässt anderes erahnen. Und als sie dann letztens auf mein 102er Zitat meinte, das gefalle ihr und ich sie fragte, ob sie den Subtext kenne, ob sie wisse, wie Charles Bukowski generell drauf war, hat sie verneint. Und als ich dann folgendes Hank-Zitat nachlegte

Ich gewöhnte mir beizeiten ab, nach der Traumfrau zu suchen. Ich wollte nur eine, die kein Albtraum war.

hat sie entgegnet, dass sie das verstehen könne. Jetzt mag man natürlich einräumen, dass nach grade beendeter Beziehung oder was auch immer man immer etwas trübsinniger, schlechter drauf ist. Und das ganze etwas negativer sieht. Aber deswegen gleich egal wen nehmen, Hauptsache kein Alptraum? Also nehmen jetzt nicht im Sinne von schon wissen. Sondern im übertragenen Sinne von mit allem halbwegs grade schauen könnendem zufrieden sein. Aber mal ganz abgesehen von Harvey Dents

Die Nacht ist immer am dunkelsten kurz bevor die Sonne aufgeht

gibt es da ja noch was anderes zu bedenken. Natürlich kann man sich mit meinetwegen der zweiten Wahl begnügen und damit auch ganz gut fahren. Natürlich ist es nicht immer das Beste, alles zu wollen. Natürlich versäumt man dabei manchmal die wirklich tollen Dinge, weil man das tatsächliche Glück normalerweise auf den ersten Blick vielleicht übersehen mag. Alles möglich. Aber im Gegensatz zu Olympia ist beim Liebesleben „Dabei sein ist alles“ nicht so wirklich prickelnd. Und deshalb setz ich für meinen Teil halt lieber himmelhochjauchzende Ziele, bin zu Tode betrübt oder aber eben ganz ganz oben. Denn wenn schon, denn schon…

 

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