Meran ist eine Reise wert

Wir waren also in Meran. Also eigentlich ja zuerst in München und dann erst in Meran, aber München war halt quasi am Weg und nach Meran waren wir ins Hotel Westend eingeladen, deswegen hier jetzt nur mal über Meran, München folgt dann noch ein eigener Post. Vielleicht.

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Meran also. Sagte ich ja schon. Südtirol kannte ich ja bisher nur von einem Wochenendtrip mit dem Theater damals, da waren wir in Bozen, beziehungsweise genau genommen ja auf dem Ritten oberhalb von Bozen. Wobei wir in Bozen natürlich auch waren. War schön damals, aber als reisende Theatergruppe waren wir natürlich auch sehr viel mit und in uns selber beschäftigt, da hat man nicht so viel Blick für außerhalb.

Von daher war ich dann durchaus schon sehr gespannt auf Südtirol im allgemeinen und Meran im speziellen. Weil, wie ich mal bin, ich hab natürlich vorgelesen. Reiseführer, das halbe Internet, da findet man zu Meran ja einiges. Und habe mir dann natürlich auch etwas erwartet. Alte Kurstadt, Habsburgercharme, k.u.k. Flair, gutes Essen, tolle Landschaft. Und schönes Wetter. Weil hört man ja oft: Bis zum Brenner grauslich, und kaum ist man über den Brenner drüber geht die Sonne auf und Italien empfängt dich.

Das hat leider nicht funktioniert. In München hatten wir 30 Grad, quer durch Tirol durch war es kaum auszuhalten im Auto mit all der Sonne und kaum waren wir über den Brenner drüber ist es trüb und diesig und – ich wage es kaum zu schreiben – regnerisch geworden. Und ich spoiler gleich mal. So ist es die ganzen fünf Tage geblieben.

Aber, und das aber ist groß geschrieben, das war es dann auch schon mit den Enttäuschungen der Reiseerwartungen. Weil ansonsten war alles wie erwartet. Das Hotel Westend hat uns beim Eintreffen gleich mal mit seinem Jugendstilcharme verzaubert. Eine alte Villa, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts, mit knarzenden Treppen, alten Möbeln, verwinkelten Gängen, ein Speisesaal, in dem auch Thomas Mann oder Stefan Zweig sitzen könnten und ein Hotelier wie Alexander Strohmer, der wirklich jeden Gast mit ein Paar Witzen und viel Engagement persönlich betreut und umsorgt. Muss man mögen, weil eben keine moderne Bettenburg mit durchgestyltem Service und Interieur, sondern tatsächlich hauseigenes Tafelsilber, eine Hoteleinrichtung, die sauber und gepflegt ist, der man aber auch das Alter ansieht (unsere Betten zum Beispiel stammten von einem Möbelhaus in der Mariahilfer Straße, das es seit gefühlt 50 Jahren nicht mehr gibt). Ein Haus mit Flair also, das aber durchaus auch versucht, mit der Zeit zu gehen. Das Wlan kostet zwar an und für sich extra und ist auf den Zimmern eher schlecht als recht verfügbar, aber das war auch im 5-Stern-Haus in Berlin letztens so, also worüber aufregen. Weil wir Halbpension genießen durften, haben wir nicht nur ein durchaus üppiges Frühstücksbüffet verputzen können, sondern auch ein wirklich gutes Fünf-Gänge-Menü abends. Und das war wirklich toll, Suppe, Pasta, Salate, Hauptgang, eine gute Nachspeise, Schlemmerherz was willst du mehr. 

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Zu Meran… Nachdem das Wetter ja die ganze Zeit über mal mehr, mal weniger freundlich war, haben wir uns hauptsächlich auf die Meraner Schönheiten konzentriert. Ich also hauptsächlich aufs kulinarische, die wunderbarste Y. hat Powershopping betrieben… Und beide wurden wir nicht enttäuscht. Da hat Meran aber tatsächlich auch sehr viel zu bieten. Vor allem in den Lauben (da sinds ja besonders stolz drauf, sind nämlich 100 Schritte länger als die in Bozen) reiht sich ein Geschäft ans andere, an beiden Enden finden sich kleine Marktstandeln mit herrlichen Leckereien, was ich da an Olivenöl, Essig, Speck, Schinken und Käse eingemarktet habe, hat die Ylvi nur ganz knapp an Gewand übertroffen.

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Einen Tag waren wir dann aber auch sogar fast sportlich unterwegs, also mir zumindest ist es, vielleicht auch aufgrund der Höhenlage, so vorgekommen. Zwar sind wir zu Dorf Tirol mit dem Sessellift rauf gefahren, von dort zu Schloss Tirol sind wir dann aber quasi gelaufen. Also nicht lachen jetzt, wer schon mal mit Y. wandern war, weiß, da wird eher gerannt als spaziert. Hat sich aber dann auch wirklich ausgezahlt, herrliche Aussicht von dort oben runter auf Meran. Die wir aber leider nicht wirklich lange genießen konnten, schließlich hat sich nämlich rausgestellt, dass ich nicht aufgrund der Höhenlage so außer Atem war, sondern weil die Luft schon so schwül durch den aufziehenden Wolkenbruch war. Runter ging es dann also mit dem Bus. Ich war froh…

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Weil es dann am nächsten (und gleichzeitig unserem vorletzten) Tag in Meran noch mehr geschüttet hat, haben wir die gute Ausrede genutzt und die Meraner Therme besucht. Das haben sich fast alle anderen Touristen auch gedacht, war aber trotzdem schön erholsam. Meran hat ja, hinter Karlsbad, die zweitälteste Kurverwaltung Europas, und die neue Therme kommt zwar in einem sehr modernen Stil daher, der aber dann doch wieder irgendwie ganz gut zum Charme der alten Kurstadt passt. Einzig Indoor-Liegeflächen hätten sie ein paar mehr schaffen können.

Und das war es dann auch schon leider mit unserem Aufenhalt in Meran. Die fünf Tage sind trotz – oder vielleicht auch wegen – schlechtem Wetter wie im Flug vergangen, wir haben uns herrlich betreut und aufgehoben gefühlt im Hotel Westend.

Alle Bilder von unserer Reise hier und zum Abschluss noch der obligatorische Disclaimer: Wir waren zwar zum Testen eingeladen, aber der Beitrag hier ist tatsächlich meine eigene Meinung.

 

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